
Gestern kam in unserer Redaktion eine Büchersendung von Alexander Fechner und Eve Jay (Eva Junker) an, Inhalt war ihr neuestes Werk „Unison: Ex Orbis Coronae“, welches im Juni 2012 durch das von ihnen gegründete Label „Knight+Jay“ herausgebracht wurde. Die beiden waren so nett, uns ein Rezensionsexemplar zuzuschicken und ich war zuerst doch ziemlich überrascht, denn dieser erste Band ihrer Reihe wurde auf englisch veröffentlicht. Das verwunderte mich in den ersten Sekunden, da die zwei Comicschaffenden beide aus Deutschland kommen. Aber was sie dazu veranlasst hat, werden sie uns nun im folgenden kleinen Interview selbst erzählen können.
Zuerst möchte ich mich bei euch für die Graphic Novel bedanken, die ihr uns zukommen lassen habt, Alexander und Eve. Und damit komme ich auch zu meiner ersten Frage an Eve: Du nennst dich Eve Jay und machst trotz des Künsternamens kein Geheimnis um deinen bürgerlichen Namen „Eva Junker“. Wie wirst du in der Öffentlichkeit nun lieber genannt, wie sollen wir dich weiterhin in diesem Interview nennen?
Eve: Warum sagst du jedem wie ich heisse? (lacht) Eve.
Ähnliche Frage an Alexander: „The Knight of Design“ – bist du das?
Eve: Nein, das bin ich auch. Ich hab mir den Alex ausgedacht.
Alex: Lol.
Habt ihr das Label „Knight+Jay“ extra für diese Graphic Novel gegründet?
Eve: Ja und nein. Knight und Jay das sind zu allererst die Concept Collaborateurs und dann die Graphic Novellists.

Ihr wart auf dem Comic Salon in Erlangen dieses Jahr, wie viele Bücher habt ihr signiert, ganz grob geschätzt?
Eve: Ach, was wir alles unterschrieben haben. Quittungen, Rechnungen, Parktickets, ach ja, auch unsere Graphic Novel ab und an. Alex unterschreibt ja auch gern mal fremde Comics. (Lachen) Erzähl mal die Geschichte.
Alex: Als 2006 das erste Unheimlich veröffentlicht werden sollte, waren beim Signiertermin keine Hefte da … somit habe ich angeboten auch fremde Comics die grad so im Regal standen zu signieren.
Eve: Muss ne Riesengaudi gewesen sein, was man so hört.
Alex: Noch besser war die Leipziger Buchmesse als ich da war zum Signieren aber der Vertrieb des Verlages gar keine Hefte dabei hatte.
Eve: Es wird übrigens bald einen Knight Sammelband geben, mit einer Auswahl von Alex’ Arbeiten. Wir sagen das auf Facebook, wenn’s soweit ist. Ich freue mich natürlich auch, wenn man sich mein Meanwhiles Minibook mit Tribute Cartoons mal ansieht. Da werden alle Heftchen nicht nur signiert, sondern auch gestempelt.
Als ich das Buch zum ersten Mal sah, viel mir besonders das mit geometrischen Figuren gestaltete Cover auf. Ich dachte zunächst, es handle sich um ein Physiklehrbuch. Was hat euch dazu gebracht, dieses Motiv zu wählen?
Eve: Wir sind Astronauten.
Alex: Wir wollten auch Lehrer ansprechen?
Eve: Professor Doktor Taktar.
Was hat es mit der Bezeichnung U1 LIII auf dem Buchrücken auf sich?
Alex: U steht natürlich für UNISON – und L dann für LUGH somit sind wir mit Ex Orbis Coronae bei UNISON 1 und bei der dritten Reise von LUGH. BÄM!
Eve: Bäm!
Der Band ist nun auf englisch erschienen, wieso eine Fremdsprache und wird er auch noch auf deutsch erscheinen?
Eve: Englisch ist Teil unseres Lebens, sowohl als Kreative als auch als Konsumenten. Uns war wichtig, neben unserer Muttersprache auch die international zugänglichste Variante umzusetzen, und da mein Spanisch grottenschlecht ist… -> Das kannst du doch sagen
Alex: Es gibt eine deutsche Variante, aber wir wissen noch nicht, ob und wie wir die veröffentlichen werden. Eve hätte das Buch auch gern auf irisch gemacht.
Eve: Cinnte.
Wie sah eure Zusammenarbeit an diesem Buch aus?
Eve: Ganz schön hart, aber wir sind eben auch im Job ein Team, da kennt man sich schon und weiß, wie man miteinander und den Challenges umgeht. Konzeptionell sind wir ein echtes Dream Team. Was die Umsetzung des ersten Bands angeht, haben wir keinen einfachen Weg gewählt.

Wenn ihr zusammen gearbeitet habt, konntet ihr euch auf die Musik beim Arbeiten einigen, oder musste sich einer von euch Oropax besorgen?
Eve: Wir saßen zu 99% beim Zeichnen in unseren jeweiligen Home Offices. Da gab es dieses Problem nicht.
Alex: Aber ansonsten gäbe es bestimmt Oropax
Eve: Kopfhörerpflicht.
Wie lange habt ihr endgültig am ersten Band gesessen?
Eve/Alex unisono: Steht im Buch.
Dann muss ich mir das nochmal genauer ansehen… In diesem ersten Band begleitet man Lugh auf der dritten seiner abenteuerlichen Reisen. Wird es in den weiteren Bänden um die vorherigen Reisen gehen?
Eve: Aber klar doch. Die Travel Bände werden jedoch zwischen die Hauptbände gelegt. Die sind hauptsächlich Alex’ Steckenpferd. Der arme Lugh muss da einiges mitmachen.
Wie sind die Charaktere entstanden? Dienten euch Freunde und Bekannte als Vorlage?
Eve: Dann wären ja Sagengestalten und Götter unsere Freunde. Auch schön. Morri, hol doch eben mal Kaffee und nimm den Sleipnir, dann geht’s schneller…
Alex: Ich nehme lieber den Golem und laufe damit zur Arbeit.
Eve: Jetzt weiß ich auch warum im Container einer fehlt.
Habt ihr schon eine Vorstellung, wie viele Bände eure Reihe insgesamt am Ende umfassen soll?
Alex: Die Kernsage hat ca 10 Bände.
Ihr werdet also ziemlich lange zusammen arbeiten. Könntet ihr euch vorstellen, zusammen in einer Wohnung zu leben?
Alex: Mit Sicherheit reicht das gemeinsame Büro. Mehr als zu normalen Arbeitszeiten hält das selbst der Knight nicht aus.
Eve: Das kann man nur jedem empfehlen – auch ein Projekt, das neben der Arbeit passiert, professionell zu behandeln. Das heißt es gibt Arbeitszeiten und Pausenzeiten. Und am Ende vom Tag geht jeder heim und kann abschalten. Zumindest ist so der Plan. Die Realität des ersten Bandes war allerdings noch sehr viel einnehmender.
Na gut, mal angenommen, ihr würdet euch doch dazu entschließen, zusammenzuziehen – wer würde putzen und wer wäre für’s Kochen verantwortlich?
Eve: Putzt der Pizza Lieferdienst auch?
Alex: Gib dem Lieferjungen 10€ mehr Trinkgeld und der macht den Rest auch.
Eve: Du gibst denen Trinkgeld??!
Alex: Ne eigentlich nicht – zahl immer mit Karte und habe kein Kleingeld dabei .. aber die putzen ja auch nicht die Wohnung … deswegen …
Eve: Ich hab noch Salat übrig.
Alex: Ah, das wird für das nächste Buch nicht reichen.
Bleibt euch parallel noch genug Zeit und Kraft, um andere Projekte zu realisieren?
Eve: Ach, schwierige Frage, wir stehen erst am Anfang und es gibt viel zu lernen über Arbeitsaufwand, Energiehaushalt und natürlich Finanzierung. Jeder hat seinen Bereich, in dem er ein guter Sprinter oder ein guter Dauerläufer ist.
Alex: Wir reden hier jetzt mal nur vom Projekt, nicht dem Job? Die Graphic Novel an sich ist eine erste Umsetzung von UNISON. Ohne zuviel verraten zu wollen, gibt es einen Transmedia Plan, der uns innerhalb der Welt die wir erschaffen, ausreichend beschäftigen wird.

Und was kann man sonst in Zukunft von euch erwarten, oder wo kann man euch vielleicht mal treffen, um sein Buch signieren zu lassen?
Eve: Also der Alex wohnt…
Alex: Im Comicladen…
Eve: Du wohnst im Comicladen?
Alex: Demnächst sind wir in unserem lokalen Comic Shop zum Signieren. Terminal Entertainment, besser bekannt als T3 in Frankfurt. Einfach auf Facebook und Twitter dranbleiben, oder?
Eve: Ja. Da sind wir sehr aktiv. Wir sind übrigens total offen für Zusammenarbeit und freuen uns wenn das Team wachsen sollte.
Alex: Was kann man von UNISON erwarten? Viele Mysterien, viele weitere Fragen und eine spannende Reise.
Eve: A voyage into clarity of vision.
Vielen Dank, dass ihr euch so viel Zeit für dieses Interview genommen habt. Es war uns eine Ehre und wir wünschen euch viel Erfolg mit eurer Reihe!
Eve: Gerne! Wir bedanken uns für euer Interesse.
Alex: Go, Go, Garuda!
Alexander Fechner – Homepage
